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Weichholzexperiment Projekt Sooftboiled / Markus Weber

Softboiled untersucht eine Eigenschaft des Werkstoffs Holz, die in der Verarbeitung meist vermieden wird: sein Quell- und Schwindverhalten. Während Maserung, Farbe und Festigkeit seit Jahrhunderten gezielt genutzt werden, bleibt die Fähigkeit des Holzes, sich durch Feuchtigkeit zu verändern, häufig unberücksichtigt. Genau dieses „lebendige“ Verhalten bildet den Ausgangspunkt des Projekts.

Durch die Komprimierung des Holzes wird sein natürliches Quellvermögen gezielt verstärkt. Wasser und Wärme setzen den Transformationsprozess in Gang und ermöglichen es dem Material, seine endgültige Form selbst auszubilden. Die Form wird somit nicht ausschließlich entworfen, sondern entsteht im Dialog zwischen Gestaltung und Material.

 

 

 

Im Rahmen meiner Masterarbeit entstanden zunächst Materialstudien, in denen das Quellverhalten des Holzes untersucht wurde. Die ersten Versuche ließen sich mit einfachen Mitteln wie Kochtopf und Herd durchführen. Für die Entwicklung von Objekten im Maßstab 1:1 entstand anschließend die eigens konstruierte Softbox, mit der sich der Prozess kontrolliert auf größere Werkstücke übertragen ließ. Fachlich begleitet wurde die Arbeit von Prof. Dr. Haller, Professor für Holztechnik an der TU Dresden, der das zugrunde liegende Komprimierungsverfahren entwickelt hat.

Ergebnisse

 

Die Stühle wurden bewusst als einfach herzustellende Studien konzipiert. Ihre endgültige Gestalt entsteht jedoch erst während des Quellprozesses und ist von den materialbedingten Veränderungen abhängig. Jedes Objekt entwickelt dadurch seinen eigenen Charakter und wird zum Unikat. Softboiled bewegt sich damit zwischen industrieller Reproduzierbarkeit und materialbedingter Individualität und zeigt, wie sich die natürlichen Eigenschaften von Holz nicht nur beherrschen, sondern gezielt als gestalterisches Werkzeug einsetzen lassen.

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